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Das 2. Jahresheft von Flussbad Berlin ist erschienen, inklusive eines Plakats vom 2. Berliner Flussbad Pokal. Die Publikation gibt eine Übersicht über den aktuellen Planungsstand sowie einen Ausblick auf die nächsten konkreten Unternehmungen, mit denen Flussbad ab dem kommenden Frühjahr sich im Projektgebiet verorten wird. Darüber hinaus weisen wichtige ProtagonistInnen aus Kultur und Wissenschaft wie z.B. Horst Bredekamp, Katharina Grosse, Wolf-Dieter Heilmeyer, Sally McGrane, Barbara Vinken, Hortensia Völckers und Harald Welzer auf die kulturellen und ökologischen Dimensionen des Projekts hin. Tolle Fotos der OSTKREUZ-FotografInnen Annette Hauschild und Espen Eichhöfer sowie von Axel Schmidt begleiten die Texte auf wunderbare Weise. Auch das 2. Heft kommt gut an – und ist, wie einer der Autoren meint, „wunderbar gestaltet und entsprechend überzeugend.“

 

Zur Erinnerung: Der städtebauliche Entwicklungsvorschlag für ein Flussbad Berlin sieht vor, dem gesamten, seit mehr als 100 Jahren brachliegenden, innerstädtischen Spreekanal zwischen Museumsinsel und Fischerinsel – dem Kupfergraben (siehe Ansicht vom Dom aus) – eine neue Nutzung zu geben: als Biotop, Wasserkläranlage und als Schwimmbecken. Nach über 100 Jahren, in denen der Kanal nicht mehr genutzt wurde, könnte an dieser Stelle neues Leben als ökologische Ressource in Form eines natürlichen Schwimmbeckens von 750 m Länge entstehen.

Kupfergraben von oben

Namhafte Persönlichkeiten sind nun in beratender Funktion dem Verein Flussbad Berlin beigetreten:
Kristin Feireiss, Dr. h.c., Publizistin, Kuratorin und Gründerin des Aedes Architekturforums Berlin
Herbert Lohner, Biologe, Referent für Naturschutz beim BUND für Umwelt und Naturschutz Berlin
Ulla Luther, Stadtplanerin/Architekten, Staatsrätin a.D.
Jürgen Mayer H., Architekt, Gründungspartner J. MAYER H. und Partner, Architekten
Harald Welzer, Prof. Dr., Sozialpsychologe, Direktor FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit
Cornelia Ziehm, Dr. jur., Rechtsanwältin, Leiterin des Bereichs „Klimaschutz und Energiewende“ bei der Deutschen Umwelthilfe

Im Juli 2013 schrieb der Sozialwissenschaftler Harald Welzer über das Projekt in seiner FAZ-Kolumne „Wahre Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft“: Das Flussbad „wäre, von heute aus betrachtet, eine Sensation. […] Der Entwurf von realities:united geht aber weit über einen intelligenten technischen Eingriff in die Stadtlandschaft hinaus, zeigt er doch, was eine Stadt sein kann, wenn soziale Intelligenz wirksam wird […]“.

In der F.A.Z. vom 2.7.2013

Baden, mal im Fluss
Wahre Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft, weitererzählt von Harald Welzer
Im Grunde wird Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ja immer falsch verstanden. Das ins Unendliche verschobene Flughafenprojekt ist nämlich Avantgarde. Berlin setzt sich damit an die Spitze der weltweiten Transition-Town-Bewegung: als erste Metropole, die von oben verhindert hat, dass ein weiterer Flughafen gebaut wird. Wowereit weiß: Die Zukunft ist nicht Gegenwart plus, sondern ganz anders, nachhaltig und reduktiv. Die Mobilität des zwanzigsten Jahrhunderts passt einfach nicht ins 21., Rohstoffengpässe, Energieprobleme, Klimawandel und, und, und machen es schon längst nicht …

Der Artikel über das Flussbad-Berlin macht mehr als deutlich, dass dieses Projekt Realität werden muss. Weil es um „Parameter wie Öffentlichkeit, Lebensqualität, Entschleunigung, soziale Phantasie…“ geht.  Das Flussbad zeigt neben seiner Funktion als innerstädtisches Naherholungs- und Naturschutzgebiet auf, welche enorme Bereicherung ein sauberer Fluss inmitten einer Vier-Millionen-Metropole sein kann. Die daraus resultierende Aufwertung der Museumsinsel und der gesamten Stadtmitte Berlins, sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht, und der damit verbundene Mehrwert für alle, Berliner und Touristen, schafft völlig neue Perspektiven für den heute noch „arbeitslosen“ Flussarm.

Neue Nutzung und Verdichtung

Während sich die Stadt rundherum weiter verdichtet, schafft Flussbad sinnvolle neue Flächen für Sport und Erholung im Stadtzentrum, die nicht nur dem rein touristischen und verwertbaren Zweck dienen, sondern auch der Naherholung für die Bewohner.

Ökologie, Naturschutz
, Wasserwirtschaft
Die Spree wird sauberer und wieder ein richtig gesunder Fluss. Flussbad wirkt konkret im Projektgebiet, weil es einen Teil des Fließgewässersystems in Berlin reinigt. Als Demonstrationsprojekt wirkt es auch darüber hinaus, weil hier sichtbar wird, wofür meist unterirdische Wasserinfrastrukturen arbeiten.

Museumsinsel, Charakter und Funktion
Die Museumsinsel muss gemischter und vielseitiger werden. Bisher zeigen alle Funktionen auf der Insel und in direkter Nachbarschaft die Berliner Geschichte. Mit Flussbad gewinnt sie mehr Bedeutung für das gegenwärtige und alltägliche Berlin und die Berliner und bleibt damit das Zentrum der Stadt für alle.

Ökonomie
Flussbad verbessert nicht nur konkret Lebensumstände, sondern stärkt auch die Marke Berlin. Die originelle, unerschrockene und pragmatische Kombination eigentlich gegensätzlicher Aspekte hält Touristen, Kreative und sogar die Bundesregierung in Berlin. Und durch die direkt sichtbaren Ergebnisse nachhaltigen Umgangs mit der Ressource Wasser wird Berlin Hauptstadt der Sustainability.

Gesellschaft, Symbol

Neben dem wieder aufgebauten Schloss repräsentiert Flussbad moderne Strategien und Werte zum Verhältnis von Natur zu Stadt, von Repräsentation zu Alltagstauglichkeit, von Körper zu Geist, von Top-down zu Bottom-up …

Flussbad Berlin e.V.
Gemeinnütziger Förderverein
Falckensteinstr. 48
10997 Berlin
www.flussbad-berlin.de

Spendenkonto: GLS Bank, BLZ: 43060967, Konto# 1143215900
Fördermitglied werden: www.flussbad-berlin.de/foerdermitgliedschaft/
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