Das 6. UM-Festival für zeitgenössische Kunst, Musik und Literatur findet zum 6. Mal am 1. und 2. September 2018 in der Uckermark statt.

Das alle zwei Jahre ausgerichte Festival bringt die Sparten Kunst, Musik und Literatur hinaus aufs Land, mit dem die teilnehmenden Künstler*innen in Bezug treten. Die bildenden Künstler*innen erkunden im Frühjahr für ein paar Tage die Landschaft und wählen die Orte aus, wo ihre neu entstehenden Arbeiten ausgestellt werden (Garagen, Scheunen, Gärten, Waldstücke, Seen…); die Bläsergruppe aus Potzlow wird mit einem Musiker ein gemeinsames, neues Repertoire erarbeiten, das sie in der Wasserburg Gerswalde uraufführen, andere legen auf; die bald feststehenden Autoren lesen in der Literaturscheune in Pinnow aus ihren aktuellen Büchern und darüber hinaus soll dieses Jahr erstmalig auch eine Residenz für junge Autor*innen ermöglicht werden.

Kuratoren der 6. Ausgabe:
Dr. Heinz Stahlhut / Kunst || Gudrun Gut / Musik || Ute Koenig / Literatur || Hannah del Mestre / Residenzprogramm

Bislang feststehende Künstler*innen (Stand Februar 2018):
Kunst: Flurina Badel und Jérémie Sarbach, Angela Hausherr, Moritz Hossli, Heid Hostettler, Folke Köberling, Olaf Holzapfel, Michael Sailstorfer, Barbara Caveng, Eva Fiore Kovacovsky, Christopher Lehmpfuhl, Anna-Sabina Zürrer
Musik: Hans-Joachim Irmler (Faust), Hans Kämper (tbc), Thomas Fehlmann, Daniel Meteo, Monika Werkstatt u.a.

Seit 2008 ist es Ziel und Zweck des gemeinnützigen Vereins „Freunde der Uckermark“ die Attraktivität des Lebensraumes in den Gemeinden Gerswalde und Nordwestuckermark durch kulturelle Veranstaltungen zu bereichern und einen Austausch zwischen Stadt- und Landbevölkerung zu fördern. Hierzu wurde das UM-Festival für Zeitgenössische Kunst, Musik und Literatur ins Leben gerufen.

 

DANCE ON ist nicht weniger als eines der ungewöhnlichsten Tanzprojekte der vergangenen Jahrzehnte. Ungewöhnlich, weil es die festgefügten Grenzen tänzerischer Aktivität gesprengt und die Sicht auf Tanz und Alter verändert hat. In der ersten Zwischenbilanz, für Madeline Ritter uns (*) engagiert hat, haben wir Blicke von innen, von außen und aus der Ferne auf die Arbeit des Ensembles und des dahinter stehenden Teams von Diehl + Ritter geworfen. Wir zeigen, was bislang erreicht wurde und was weiterhin auf der Agenda steht. Im Zentrum steht dabei natürlich das Werk, also die zwölf geschaffenen Inszenierungen des DANCE ON ENSEMBLES, die Tine Fetz kongenial in einem Parcours als Comic umgesetzt hat.

Wir haben Ty Boomershine, Brit Rodemund, Christopher Roman, Jone San Martin und Frédéric Tavernini gefragt, wer die fünf derzeit zum Ensemble gehörigen Künstler geprägt hat, mit wem sie in ihren Karrieren bislang gearbeitet haben, und wer derzeit für sie wichtig ist? Sie haben die ganze Vielfalt ihrer künstlerischen Vernetzung offengelegt, die Tine Fetz als überbordenden „Family Tree“ hat sprießen lassen. Zu einer Innensicht gehört, die Tänzer, aber auch die Direktion von DANCE ON erzählen zu lassen. Was hat sie im Zuge der „First Edition“ besonders bewegt, welche unerwarteten Einsichten hat ihnen das Projekt beschert, was hat sie besonders herausgefordert? Im Gespräch mit der Journalistin Claudia Henne, die das Projekt über die Jahre begleitet hat, ziehen sie gemeinsam eine erste Bilanz.

Was kann der wissenschaftliche Blick von außen zu einem Projekt wie DANCE ON beitragen? Es war dem Team um Madeline Ritter besonders wichtig, ihr ambitioniertes Projekt von Forschern begleiten und auswerten zu lassen. Unter der Überschrift „DANCE ON RESEARCH“ zeigen wir in drei Beiträgen den beträchtlichen Erkenntnisgewinn. So fragt Patrick Rump, ob ein höheres Alter für Tänzer aus sportwissenschaftlicher Sicht wirklich ein messbares Nachlassen der Leistungsfähigkeit bedeutet? Die ehemalige Tänzerin und heutige Kulturwissenschaftlerin Anna Seidl von der Universität Amsterdam stellt die wichtigen Grundfragen von DANCE ON in den Kontext: Was gewinnen die Tänzer, wenn sie weitertanzen, was das Publikum, was die Kunstform? Schließlich hat DANCE ON in Zusammenarbeit mit der FU Berlin die besondere Gelegenheit genutzt, bei den Aufführungen in Umfragen zu untersuchen, wie das Bild der Zuschauer vom Alter in den performativen Künsten aussieht. Welche Vorstellungen und welche Klischees existieren in den Köpfen?

Ramsay Burt, Professor für Tanzgeschichte an der englischen De Montfort-Universität, stellt in einem Blick aus der Ferne die provokante Frage, welche Rolle Respekt vor der Altersleistung spielt, wenn wir älteren Tänzern applaudieren. Sollten wir nicht primär ihr künstlerisches Schaffen wertschätzen – welches ein „alternatives Narrativ“ zum Thema des Alterns einschließen kann? In der Selbstverständlichkeit, mit der DANCE ON bestehende Stereotypen der Bewertung in Frage gestellt bzw. über den Haufen geworfen hat, sieht er die herausragende Qualität des Ensembles.

Hans Georg und Katrin Hiller von Gaertringen und Barbara Schindler

Die Publikation (dt./en.) erscheint anlässlich des DANCE ON-Festivals Out of Now im HAU Hebbel am Ufer Berlin, 28.2. bis 4.3.2018

 

Foto: Axel Schmidt www.axelschmidt.net

Die Flüsse von morgen. Strategien zur Rückgewinnung eines vergessenen Lebensraums
Im Rahmen des Festival „Wassermusik X“ im Haus der Kulturen der Welt richtete „Flussbad Berlin“ zwei Abende aus und debattierte mit Gästen aus Berlin und der Welt über die Entwicklung unserer Flüsse.

Den Einstieg machten wir am 27.7. mit Berliner Akteuren und entwickelten mit ihnen Strategien, wie wir uns eine Spree in Zukunft vorstellen sollen. Stimmen von aktuellen und möglichen zukünftigen NutzerInnen waren versammelt, um die Komplexität des Themas durch die Vielzahl der Perspektiven zu beleuchten.
In vielen Metropolen werden die Flüsse als Stadträume neu entdeckt und so nahmen wir am 3.8. die Flüsse als Lebensräume in den Blick. Mit Gästen aus Chicago (UrbanRivers) und Neu Dehli (The Yamuna River Project) besprachen wir diese drei Städte und deren jeweiligen Umgang mit den Gewässern.

Das Wortprogramm entstand auf meine Initiative hin und in Zusammenarbeit mit „Flussbad Berlin“.

Foto:  Axel Schmidt http://www.axelschmidt.net

jahresheft-2

Das 2. Jahresheft von Flussbad Berlin ist erschienen, inklusive eines Plakats vom 2. Berliner Flussbad Pokal. Die Publikation gibt eine Übersicht über den aktuellen Planungsstand sowie einen Ausblick auf die nächsten konkreten Unternehmungen, mit denen Flussbad ab dem kommenden Frühjahr sich im Projektgebiet verorten wird. Darüber hinaus weisen wichtige ProtagonistInnen aus Kultur und Wissenschaft wie z.B. Horst Bredekamp, Katharina Grosse, Wolf-Dieter Heilmeyer, Sally McGrane, Barbara Vinken, Hortensia Völckers und Harald Welzer auf die kulturellen und ökologischen Dimensionen des Projekts hin. Tolle Fotos der OSTKREUZ-FotografInnen Annette Hauschild und Espen Eichhöfer sowie von Axel Schmidt begleiten die Texte auf wunderbare Weise. Auch das 2. Heft kommt gut an – und ist, wie einer der Autoren meint, „wunderbar gestaltet und entsprechend überzeugend.“

 

Reportage im rbb Fernsehen: Das Uckermark-Festival am Donnerstag, 13. Oktober 2016 | 22.45 – 23.30 Uhr

„UM“ steht für Uckermark: Alle zwei Jahre bringt das „UM-Festival“ Kunst in eine der schönsten, aber auch am dünnsten besiedelten Landstriche Deutschlands. Dann wachsen in der Weite der Landschaft fragile Installationen aus dem Boden, werden Scheunen zu „Showrooms“ und auf sonst einsamen Alleen stauen sich die Autos – dann kommt zusammen, was nicht unbedingt zusammen gehört: Extrovertierte Hauptstadt-Kreative und einsilbige Alteingesessene, Konzeptkunst und Kuhstall. Dann beginnt in der Uckermark – genauer: in und um Fergitz, einem Örtchen von gut fünfzig Einwohnern – das spannendste Wochenende des Jahres.

Die Stilbruch-Reportage im rbb.

 

 

Kunstinstallationen in der wunderschönen Landschaft der Uckermark, Lesungen aktueller Autoren in der Pinnower Literaturscheune, botanische Führungen in spätsommerlicher Atmosphäre, abends Konzerte auf der Wiese in Sternhagen Gut…

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Alle zwei Jahre begegnen sich in Brandenburg Kunst und Natur: initiiert von dem Verein „Freunde der Uckermark“ finden sich für kurze Zeit MusikerInnen, LiteratInnen und Bildende KünstlerInnen ein und präsentieren ihre, für das Festival teils neu geschaffenen künstlerischen Arbeiten – in privaten Gärten, auf offener Wiese, öffentlichen Dorfplätzen oder aufgelassenen Gewächshäusern. Auch in der fünften Ausgabe geht es darum, einen Mix aus Kunst, Literatur und Musik in den uckermärkischen Dörfern Fergitz, Pinnow und Sternhagen Gut zu präsentieren, die hierfür eine besondere Kulisse bieten. Ergänzt wird das Festival durch das Angebot regionaler, ländlicher Produkte, lokalen Dienstleistern und dem Einzelhandel.

9. bis 11.9. 2016 in Fergitz, Pinnow und Sternhagen Gut. Eintritt € 8,-

Teilnehmende KünstlerInnen in 2016:
Kunst an allen Orten: Sonja Alhäuser (D) · Awst & Walther (UK/D) · Johannes Buss | Radical Adults Productions (D) · Paula Doepfner (D) · Brad Downey/Diego Sologuren (USA/E) · Dennis Feddersen (D) · Ulrike Mohr (D) · Maik Teriete (D) · Markus Wirthmann (D)

Musik in Sternhagen Gut: Paula Schopf/Max Loderbauer (Chile/D) · Le Petit Heimatlieder (Marokko/Kuba/Serbien/Vietnam) feat. Gudrun Gut (D) live · Deadbeat live (CAN) · Barbara Morgenstern (D) · Strobocop/Chica Paula DJ set (D/CL)

Literatur in Pinnow: Aljoscha Brell (D) · Jaroslav Rudiš (D) · Nell Zink (USA) · Bernd Jeschek (A) · Moderation Patricia Klobusiczky

Kuratiert von Dr. Marc Wellmann (Kunst), Gudrun Gut und Thomas Fehlmann (Musik), Ute Koenig und Andrea Ribbers (Literatur).

Präsentiert von radioeins (rbb)

www.um-festival.de

4. UM-Festival, Schneider TM + Tomoko Nakasato Foto Max Zerrahn

4. UM-Festival, Schneider TM + Tomoko Nakasato Foto Max Zerrahn